Kopplung mehrere
kleiner ISDN Anlagen für den Fremo Gebrauch
Fragestellung:
Was mache ich, wenn ich ein Fremo Arrangement habe, das mehr als 8 Bahnhöfe hat, und ich somit mehr Telefonnummern benötige als meine Anlagen (Eumex 208 mit 8 analogen Nebenstellen) zur Verfügung stellen? Ich kopple mehrere Anlagen über ISDN (Interner S0-Bus einer Nebenstellen Anlage) zusammen.
Was benötige ich
dafür:
- Eine Mutter-ISDN-Anlage. Bei uns eine Eumex 308 mit 4x analog - und 4x internen ISDN Nebenstellen, die die Funktion einer Vermittlungsstelle übernimmt.
- Zwei oder max. vier Unter-ISDN-Anlagen. Bei uns 2x Eumex 208 mit 8x analogen Nebenstellen und eine Eumex 209 auch mit 8x analogen Nebenstellen.
- Rut Kabel, Verteiler und Abgriffe für die Mutteranlage (Max. 4x analoger Abgriff und max. 4x S0 Abgriff), S0 Kabel oder Patchkabel um die Unteranlagen an die S0 Abgriffe anschließen zu können.
- Rut Kabel, Verteiler und Abgriffe für die Unteranlagen. (Max. 8x analoger Abgriff je Anlage)
Die S0 Abgriffe habe ich auf die Rut-Pins 22/23 und 24/25 gelegt. Diese wären normal die Abgriffe für die Nebenstellen 9 und 10. Da bei uns im Süden nur Anlagen mit 8 Nebenstellen verwendet werden, sind diese frei und werden hierfür verwendet. Die Rut Verteiler und Abgriffe sind bei uns nach dem Prinzip der Franken-Rut bzw. des FKTT aufgebaut.
Übersicht der
Pinbelegung der Rut Abgriffe bei Fremo Süd.
Eumex 308 (Mutteranlage)
- Pin 2/3 à Nebenstelle 1 (analog)
- Pin 4/5 à Nebenstelle 2 (analog)
- Pin 6/7 à Nebenstelle 3 (analog)
- Pin 8/9 à Nebenstelle 4 (analog)
-
Pin 22/23 und 24/25 à S0-Bus (interner ISDN)
- Pin 12/13 à Uhr
Eumex 208/209 (Unteranlage)
- Pin 2/3 à Nebenstelle 11 (analog)
- Pin 4/5 à Nebenstelle 12 (analog)
- Pin 6/7 à Nebenstelle 13 (analog)
- Pin 8/9 à Nebenstelle 14 (analog)
- Pin 10/11 à Nebenstelle 15 (analog)
- Pin 16/17 à Nebenstelle 16 (analog)
- Pin 18/19 à Nebenstelle 17 (analog)
- Pin 20/21 à Nebenstelle 18 (analog)
- Pin 12/13 à Uhr
Wie baue ich das
Ganze nun auf?
In die Mitte kommt die Mutteranlage mit Ihrer Mutter-Rut. An der Mutter-Rut werden die S0 Abgriffe aufgesteckt, an denen dann die Unteranlagen über S0-Kabel (oder Patchkabel) angesteckt werden.
Was ist beim Aufbau
zu beachten?
Bei der Planung der Telefonanlagen und Verteilung der Rufnummern, muss man sich im Vorfeld entscheiden, welcher Bahnhof zu welcher Telefonanlage gehört (Mutteranlage oder Unteranlage).
Man sollte auf der Hauptstrecke bzw. der größten Verzweigung des Arrangements die Mutteranlage (Mutter-Rut) einplanen. Auf den einzelnen Ästen des Arrangements können dann die Unteranlagen eingeplant werden.
Es ist auch darauf zu achten, dass an den Rut-Übergängen der Mutteranlage zu den benachbarten Bahnhöfen mit Unteranlage, diese Bahnhöfe die Nebenstelle 11 einer Unteranlage bekommen. Denn nur diese Nebenstelle kann auch von der Mutter Anlage direkt angerufen werden. Dieser Aufbau funktioniert nach dem Prinzip, das sich immer nur benachbarte Bahnhöfe anrufen können/müssen.
Wie müssen die
Anlagen programmiert werden?
Eumex 308
- Mehrgeräte Anschluss
- Alle Nebenstellen auf „Telefon“
- Alle Nebenstellen „voll Amtsberechtigt“
- Keine Anrufweiterschaltung
Eumex 208/209
- Mehrgeräte Anschluss
- Alle Nebenstellen auf „Telefon“
- Alle Nebenstellen „voll Amtsberechtigt“
- Keine Anrufweiterschaltung
- In der Unteranlage 1 MSN 0=5
- In der Unteranlage 2 MSN 0=6
- In der Unteranlage 3 MSN 0=7
- In der Unteranlage 4 MSN 0=8
- In allen Unteranlagen die Rufverteilung der Nebenstelle 11 auf die MSN 5, oder X (6,7,8) legen.
Anmerkung: Natürlich können auch die Nebenstellen 1-4 der Eumex 308, als weitere MSN in den Unteranlagen eingetragen werden, um noch weitere Nebenstellen der Unteranlagen direkt anwählbar zu machen.
Es muss darauf
geachtet werden, dass in den Unteranlagen die ISDN Nebenstellen der Mutteranlage
nur einmal bei der Rufverteilung vergeben
werden!
Achtung: Es können
nur maximal zwei S0 Verbindungen
gleichzeitig aufgebaut werden. Alle weiteren Verbindungen bekommen solange ein Besetztzeichen!
Wie funktioniert das
jetzt?
1. In jeder Telefonanlage, egal ob Mutter- oder Unteranlage, kann ganz normal internen telefoniert werden.
2. Um von der Mutteranlage zu einer der Unteranlagen ein Gespräch aufbauen zu wollen, muss nur die jeweilige Nebenstelle der Unteranlage gewählt werden. Bei uns z.B. die Nebenstelle 5 für die erste Unteranlage (6,7,8 für die jeweiligen anderen Unteranlagen).
3. Um ein Gespräch von einer Unteranlage zu einer Nebenstelle der Mutteranlage aufzubauen, muss erst die 0 gewählt werden. Somit befindet man sich in der Mutteranlage. Jetzt kann dann die jeweilige Nebenstelle einer Unteranlage gewählt werden. In der gewählten Unteranlage klingelt dann die Nebenstelle 11.
4. Um ein Gespräch von einer Unteranlage zu einer anderen Unteranlage aufzubauen, muss wieder erst die 0 gewählt werden. Somit befindet man sich wieder in der Mutteranlage. Jetzt kann die Nebenstelle der anderen Unteranlage gewählt werden. In der gewählten Unteranlage klingelt dann die Nebenstelle 11.
Was ist für die
Zukunft geplant?
- Rufnummernkonzept evtl. über die Vergabe von Kurzwahlnummern in den einzelnen Anlagen aufstellen.
- Test ob die Unteranlagen auch als Anlagenanschlüsse mit Durchwahlfunktion programmiert werden können. Dann wäre es evtl. möglich, an die Nebenstelle einer Unteranlage noch die Durchwahlnummer anzuhängen, um jede einzelne Nebenstelle einer Unteranlage direkt anrufen zu können. Diese Funktion ist im ISDN Protokoll nicht beschrieben bzw. ausdrücklich ausgeschlossen. Die ISDN Protokoll Ingenieure der Telekom in München (Ex Kollegen von mir) empfehlen, dieses einfach zu testen, da die Nachwahl eigentlich in Nebenstellenanlagen nicht vorgesehen ist, aber es in der Anlagensoftware evtl. nicht gesperrt wurde.